Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick
Pick-by-Light und Pick-by-Voice verfolgen das gleiche Ziel: Kommissionierfehler reduzieren, Mitarbeitende unterstützen und die Produktivität steigern. Welche Technologie die bessere Wahl ist, hängt jedoch stark von Lagerlayout, Laufwegen, Artikelstruktur und den Anforderungen der Mitarbeiter ab.
Pick-by-Light eignet sich für hohe Pickdichte
Lichtgeführte Kommissionierung spielt ihre Stärken insbesondere in Bereichen mit hoher Pickfrequenz und kurzen Laufwegen aus.
Pick-by-Voice überzeugt bei langen Laufwegen
Sprachgeführte Prozesse sind häufig dann im Vorteil, wenn Mitarbeitende große Lagerbereiche durchlaufen und freihändig arbeiten müssen.
Weitere Technologien können sinnvoller sein
Pick-by-Vision, Pick-by-Motion oder Robotik können je nach Lagerstruktur eine sinnvolle Alternative oder Ergänzung darstellen.
Warum die Wahl der Kommissioniertechnologie entscheidend ist
Die Kommissionierung zählt in vielen Lagern zu den personalintensivsten und zugleich kritischsten Prozessen. Fehlerhafte Entnahmen, unnötige Laufwege oder mangelnde Transparenz wirken sich unmittelbar auf Produktivität, Lieferqualität und Kosten aus.
Um diese Herausforderungen zu adressieren, setzen viele Unternehmen auf beleglose Kommissioniertechnologien. Zu den bekanntesten und am weitesten verbreiteten Verfahren zählen Pick-by-Light und Pick-by-Voice. Beide Technologien unterstützen Mitarbeitende bei der Entnahme von Artikeln, unterscheiden sich jedoch deutlich hinsichtlich Bedienkonzept, Einsatzszenario und optimaler Prozessumgebung.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, welche Technologie grundsätzlich besser ist. Entscheidend ist vielmehr, welche Technologie am besten zu Lagerstruktur, Mitarbeiteranforderungen und Prozessabläufen passt.
Eine übergreifende Einführung in moderne Kommissionierstrategien und weitere Kommissioniertechnologien finden Sie außerdem im Fachbeitrag:
„Kommissionierung mit SAP EWM optimieren: Prozesse schneller, fehlerfrei und smart steuern“
Was ist Pick-by-Light?
Bei Pick-by-Light werden Lagerplätze mit Lichtmodulen ausgestattet. Mitarbeitende erhalten die Entnahmeinformationen direkt am Lagerplatz und bestätigen die Entnahme über das Lichtmodul.
Die Technologie eignet sich besonders für Lagerbereiche mit hoher Pickdichte, kurzen Laufwegen und häufig wiederkehrenden Prozessen.
Weitere Informationen zu typischen Einsatzbereichen, Integrationsarchitekturen und Implementierungsansätzen finden Sie auf unserer SAP EWM Pick-by-Light Leistungsseite.
Typische Vorteile
- Sehr hohe Prozessstabilität
- Niedrige Fehlerquote
- Hohe Pickleistung
- Keine zusätzlichen mobilen Endgeräte erforderlich
Typische Einsatzbereiche
- Behälterlager
- Ersatzteillogistik
- E-Commerce Fulfillment
- Hochfrequente Kommissionierzonen
Was ist Pick-by-Voice?
Bei Pick-by-Voice erhalten Mitarbeitende ihre Anweisungen über ein Headset. Die Rückmeldungen erfolgen per Spracheingabe, sodass freihändiges und blickfreies Arbeiten möglich ist.
Die Technologie spielt ihre Stärken besonders in weitläufigen Lagerbereichen mit langen Laufwegen aus.
Typische Vorteile
- Freihändiges Arbeiten
- Blickfreier Prozess
- Sehr gut bei langen Laufwegen
- Hohe Akzeptanz im operativen Betrieb
Typische Einsatzbereiche
- Großlager
- Handelslogistik
- Lebensmittellogistik
- Kühl- und Tiefkühllager
Die beste Kommissioniertechnologie ist diejenige, die zum Prozess passt.
Pick-by-Light und Pick-by-Voice verfolgen das gleiche Ziel, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrer praktischen Anwendung. Die optimale Lösung ergibt sich nicht aus der Technologie selbst, sondern aus Lagerlayout, Artikelstruktur, Laufwegen und den Anforderungen der Mitarbeitenden.

Pick-by-Light oder Pick-by-Voice im Vergleich
Die folgende Matrix zeigt typische Unterschiede zwischen Pick-by-Light und Pick-by-Voice. Welche Technologie sinnvoller ist, hängt letztlich von Lagerlayout, Laufwegen, Pickdichte, Artikelstruktur und den Anforderungen der Mitarbeitenden ab.
| Kriterium | Pick-by-Light visuell | Pick-by-Voice sprachgeführt |
|---|---|---|
| Grundprinzip | Mitarbeitende werden durch Lichtsignale und Anzeigen direkt am Lagerplatz geführt. | Mitarbeitende erhalten Kommissionieranweisungen über ein Headset und bestätigen Entnahmen per Sprache. |
| Geeignete Lagerstruktur | Besonders geeignet für kompakte Lagerbereiche, Behälterlager und Zonen mit hoher Pickdichte. | Besonders geeignet für größere Lagerflächen, lange Laufwege und dynamische Pickprozesse. |
| Laufwege | Vorteile bei kurzen Wegen und klar strukturierten Lagerplätzen. | Vorteile bei langen Wegen, da Mitarbeitende freihändig und blickfrei arbeiten können. |
| Pickdichte | Sehr stark bei hoher Pickfrequenz und vielen Entnahmen auf engem Raum. | Gut geeignet bei verteilten Entnahmen über größere Lagerbereiche hinweg. |
| Fehlervermeidung | Hohe Prozesssicherheit durch eindeutige visuelle Anzeige von Lagerplatz und Menge. | Hohe Prozesssicherheit durch sprachgeführte Anweisungen und direkte Rückmeldungen. |
| Endgerätebedarf | Keine mobilen Endgeräte erforderlich, da Informationen direkt am Lagerplatz angezeigt werden. | Headset und Voice-System erforderlich. |
| Einarbeitung | Sehr intuitiv, da Mitarbeitende Lichtsignalen direkt folgen können. | Ebenfalls gut geeignet, erfordert jedoch Eingewöhnung in Sprachdialoge und Bestätigungslogik. |
| Typische Einsatzbereiche | Behälterlager, Ersatzteillogistik, eCommerce-Fulfillment und hochfrequente Kommissionierzonen. | Großlager, Handelslogistik, Lebensmittellogistik sowie Kühl- und Tiefkühllager. |
| Einordnung | Besonders sinnvoll, wenn kurze Wege, hohe Pickdichte und visuelle Führung im Vordergrund stehen. | Besonders sinnvoll, wenn lange Laufwege, freihändiges Arbeiten und flexible Bewegungsabläufe wichtig sind. |
Pick-by-Light und Pick-by-Voice sind nicht die einzigen Optionen
Viele Unternehmen vergleichen zunächst Pick-by-Light und Pick-by-Voice, wenn sie ihre Kommissionierprozesse modernisieren möchten. Das ist nachvollziehbar, weil beide Technologien zu den etabliertesten Verfahren in manuellen Lagerprozessen gehören.
In der Praxis ist die Auswahl jedoch häufig breiter. Je nach Lagerstruktur, Artikelprofil, Prozesskomplexität und Automatisierungsgrad können auch andere Kommissioniertechnologien sinnvoll sein. Dazu zählen beispielsweise Pick-by-Vision, Pick-by-Motion, robotergestützte Kommissionierung oder kombinierte Ansätze wie Pick, Pack & Pass.
Pick-by-Vision kann insbesondere dort interessant sein, wo Mitarbeitende visuelle Informationen direkt im Sichtfeld benötigen. Pick-by-Motion adressiert stärker die Optimierung von Bewegungsabläufen und Laufwegen. Robotergestützte Ansätze wiederum eignen sich vor allem für hochautomatisierte oder stark standardisierte Prozesse.
Deshalb sollte die Entscheidung nicht isoliert zwischen Pick-by-Light und Pick-by-Voice getroffen werden. Beide Technologien sind wichtige Optionen – aber nicht zwangsläufig die einzigen. Entscheidend ist, welche Lösung am besten zu Lagerlayout, Prozessanforderungen, Mitarbeitereinsatz und SAP-EWM-Zielarchitektur passt.
Einen umfassenden Überblick über moderne Kommissionierstrategien und weitere Kommissioniertechnologien in SAP EWM finden Sie im Fachbeitrag:
„Kommissionierung mit SAP EWM optimieren: Prozesse schneller, fehlerfrei und smart steuern“
Welche Technologie ist für welches Lager geeignet?
Pick-by-Light eignet sich besonders für:
Hohe Pickfrequenzen
Ideal für Lagerbereiche, in denen viele Entnahmen in kurzer Zeit durchgeführt werden müssen.
Kurze Laufwege
Besonders stark in kompakten Kommissionierzonen mit klar strukturierten Lagerplätzen.
Hohe Pickdichte
Geeignet für Bereiche, in denen viele Artikel auf engem Raum kommissioniert werden.
Behälter- und Kleinteilelager
Unterstützt eine schnelle und intuitive Führung direkt am Lagerplatz.
Ersatzteillogistik
Hilft dabei, Fehlgriffe zu reduzieren und Entnahmen sicherer zu gestalten.
E-Commerce-Fulfillment
Geeignet für hohe Auftragsvolumina, kurze Durchlaufzeiten und schnelle Pickprozesse.
Pick-by-Voice eignet sich besonders für:
Große Lagerflächen
Stark in Umgebungen, in denen Mitarbeitende größere Distanzen innerhalb des Lagers zurücklegen.
Lange Laufwege
Sprachführung unterstützt den Prozess, ohne dass Mitarbeitende ständig auf Displays schauen müssen.
Hohe Flexibilität
Geeignet für dynamische Pickprozesse mit wechselnden Lagerplätzen und unterschiedlichen Auftragsstrukturen.
Temperaturgeführte Bereiche
Besonders relevant in Kühl- und Tiefkühllagern, in denen freihändiges Arbeiten Vorteile bietet.
Handelslogistik
Unterstützt effiziente Kommissionierprozesse in großflächigen Lager- und Distributionsstrukturen.
Lebensmittellogistik
Bewährt bei hohen Volumina, klaren Prozessen und Anforderungen an schnelle, stabile Abläufe.
Viele Lager profitieren von hybriden Ansätzen
In der Praxis werden häufig mehrere Technologien kombiniert. Unterschiedliche Lagerbereiche haben oft unterschiedliche Anforderungen, sodass Pick-by-Light und Pick-by-Voice parallel eingesetzt werden können.
Auch die Integrationsarchitektur spielt dabei eine wichtige Rolle. Insbesondere bei größeren Automatisierungsprojekten stellt sich häufig die Frage, ob eine direkte Anbindung sinnvoll ist oder zusätzliche Integrationsschichten benötigt werden.
Mehr dazu lesen Sie im Fachartikel:
Middleware oder direkte SAP-EWM-Integration von Pick-by-Light?
Produktionsversorgung stellt besondere Anforderungen
In Produktionsumgebungen stehen häufig andere Anforderungen im Vordergrund als in klassischen Distributionslagern. Materialbereitstellung in Echtzeit, Kanban-Prozesse und kurze Reaktionszeiten beeinflussen die Auswahl der geeigneten Kommissioniertechnologie.
Praxisbeispiele hierzu finden Sie im Fachbeitrag:
Nicht die Technologie entscheidet – sondern der Anwendungsfall
Pick-by-Light und Pick-by-Voice gehören zu den bewährtesten Kommissioniertechnologien im SAP-EWM-Umfeld. Beide Lösungen können Fehler reduzieren, Prozesse beschleunigen und die Produktivität steigern.
Die optimale Wahl hängt jedoch nicht von der Technologie selbst ab, sondern von den Anforderungen der jeweiligen Lagerumgebung. Laufwege, Pickdichte, Artikelstruktur und Mitarbeiterführung spielen dabei eine wesentlich größere Rolle als die eingesetzte Hardware.
Unternehmen sollten daher nicht mit der Technologieauswahl beginnen, sondern mit einer strukturierten Analyse ihrer Prozesse und Lagerstrukturen. Daraus ergibt sich, ob Pick-by-Light, Pick-by-Voice oder eine Kombination mehrerer Technologien die beste Lösung darstellt.
Wenn Sie die Einführung oder Optimierung von Pick-by-Light in SAP EWM planen, finden Sie weitere Informationen zu Einsatzbereichen, Integrationsarchitekturen und Implementierungsleistungen auf unserer SAP EWM Pick-by-Light Leistungsseite.
Häufig gestellte Fragen zu Pick-by-Light und Pick-by-Voice
Sie möchten mehr über Pick-by-Light und Pick-by-Voice erfahren? Nachfolgend finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zu Einsatzbereichen, Vorteilen und typischen Entscheidungsfaktoren.
Nein. Beide Technologien haben unterschiedliche Stärken und eignen sich für unterschiedliche Einsatzszenarien.
Insbesondere bei hoher Pickdichte, kurzen Laufwegen und wiederkehrenden Prozessen.
Vor allem in großen Lagerbereichen mit längeren Laufwegen und freihändigen Arbeitsprozessen.
Ja. Viele Unternehmen setzen unterschiedliche Technologien in verschiedenen Lagerbereichen ein.
Ja. Moderne SAP-EWM-Umgebungen unterstützen beispielsweise Pick-by-Vision, Pick-by-Motion, Robotik und weitere Kommissioniertechnologien.





















