Reporting & KPIs mit SAP EWM erfolgreich nutzen
KPIs schaffen Transparenz in Lagerprozessen und bilden die Grundlage für datenbasierte Entscheidungen. SAP EWM stellt leistungsfähige Werkzeuge bereit, um Leistungsfähigkeit, Effizienz und Servicequalität messbar zu machen. Mit der richtigen KPI‑Architektur lassen sich Prozesse gezielt steuern, Abweichungen frühzeitig erkennen und Optimierungspotenziale systematisch nutzen.
Echtzeit‑Transparenz im Lagerbetrieb
KPIs machen Prozesse objektiv sichtbar und ermöglichen eine aktive, datengestützte Steuerung in SAP EWM.
Strategische Entscheidungen fundiert treffen
Langfristige KPIs wie Lagerumschlag oder Servicelevel bieten ein umfassendes Bild der Leistungsfähigkeit. Sie unterstützen Management‑Entscheidungen, Ressourcenplanung und kontinuierliche Verbesserungsinitiativen.
Flexible Reporting‑Technologien in SAP EWM
Warehouse Monitor, Easy Graphics Framework, Measurement Services und Embedded Analytics decken sämtliche Reporting‑Ebenen ab – von operativer Echtzeitsteuerung bis hin zu strategischem Management‑Reporting. Jedes Tool übernimmt eine klare Rolle innerhalb der KPI‑Architektur.
Steigende Volumina, höhere Serviceanforderungen und zunehmender Kostendruck prägen die moderne Lagerlogistik. SAP Extended Warehouse Management (EWM) unterstützt diese Prozesse umfassend – doch erst durch den gezielten Einsatz strukturierten Reportings und klar definierter KPIs entfaltet sich der volle Nutzen. KPIs schaffen Transparenz, verbessern die Entscheidungsqualität und bilden eine Grundlage für kontinuierliche Verbesserungen.
Warum KPIs im SAP EWM unverzichtbar sind
Transparenz als Grundlage
SAP EWM erfasst umfangreiche Daten entlang des gesamten Lagerprozesses – von Wareneingang über Lagerbewegungen bis zur Auslieferung. KPIs wie Durchlaufzeiten, Bearbeitungszeiten oder Bestandsgenauigkeit liefern eine objektive Sicht auf die Leistungsfähigkeit des Lagers und ermöglichen es, Abweichungen frühzeitig zu erkennen.
Effizienzsteigerung
Durch KPIs wird ersichtlich, welche Bereiche gut performen und wo Engpässe entstehen. Nur durch transparente, vergleichbare Kennzahlen lassen sich operative Abläufe nachhaltig optimieren.
Bessere Ressourcenauslastung und Kostenkontrolle
KPIs sind eine wesentliche Basis für die bedarfsgerechte Planung von Mitarbeitenden, Flächen und Technik. Produktivitätskennzahlen, Auslastungsgrade oder Auftragsstrukturen helfen, Überlastung oder Leerzeiten zu vermeiden. Die Kosten lassen sich hierdurch langfristig reduzieren.
Servicequalität messen
Liefertermintreue, Vollständigkeit oder Fehlerquoten werden über KPIs messbar gemacht. Sie unterstützen die Einhaltung von Kundenvereinbarungen und ermöglichen eine Verbesserung der Kundenzufriedenheit.
Kontinuierliche Verbesserung fördern
KPIs liefern eine objektive Grundlage, um Optimierungsmaßnahmen gezielt zu bewerten und nachhaltig umzusetzen. Mit Dashboards und Reporting‑Tools lassen sich Optimierungserfolge nachvollziehbar darstellen – operativ wie strategisch.
Herausforderung / Ausgangssituation
Die größten Herausforderungen bei der KPI‑Nutzung im Lager liegen weniger im „Messen“, sondern im richtigen Einsatz bzw. Umgang:
- zu viele oder falsche KPIs
- fehlende Standardisierung
- unklare KPI‑Definitionen
- mangelnde Datenqualität
- keine Verknüpfung zwischen KPI‑Abweichung & konkreter Aktion
- geringe Akzeptanz im operativen Bereich
- fehlende Verantwortlichkeiten
Nur eine sauber definierte KPI‑Architektur bildet die Grundlage für eine langfristig stabile Lagersteuerung.
Echtzeit‑Transparenz durch integriertes KPI‑Reporting in SAP EWM
Durch die enge Verzahnung operativer Bewegungsdaten, ereignisbasierter Analysen und Fiori‑gestützter Auswertungen ermöglicht SAP EWM eine unmittelbare Sicht auf die aktuelle Lagerperformance.
Abweichungen, Engpässe und Optimierungspotenziale werden schneller erkannt und können gezielt adressiert werden.
Der geschaffene Mehrwert zeigt sich unmittelbar im Geschäftsergebnis:
- präzisere Planungen,
- stabilere Servicelevels und
- geringere Prozesskosten.

Lösungsansatz / Technologien
SAP EWM stellt mehrere Reporting‑ und KPI‑Werkzeuge bereit, die sich nicht gegenseitig ersetzen, sondern unterschiedliche Ebenen des Monitorings abdecken. Jedes Tool erfüllt eine klar definierte Rolle innerhalb der KPI‑Architektur – von der operativen Echtzeitsteuerung bis hin zu analytischen und strategischen Auswertungen.
SAP EWM Lagerverwaltungsmonitor (Warehouse Management Monitor)
Der Lagerverwaltungsmonitor bildet die Basis für das operative Echtzeit‑Reporting. Er greift direkt auf Bewegungs‑ und Bestandsdaten wie Warehouse Tasks oder Ressourcenauslastung zu und ermöglicht eine lückenlose Überwachung aktueller Lagerprozesse.
Durch Filter, Varianten und rollenbasierte Monitore werden Abweichungen wie Rückstände, lange Durchlaufzeiten oder Überlastsituationen sofort sichtbar.
Eine grafische Darstellung ist nicht enthalten – dafür kommt das Easy Graphics Framework (EGF) zum Einsatz.
Easy Graphics Framework (EGF)
Das Easy Graphics Framework ergänzt den Warehouse Management Monitor um visuelle Darstellungen. KPIs werden hier in Form von Diagrammen, Statusanzeigen und regelbasierten Aggregationen aufbereitet.
Die KPI‑Ermittlung erfolgt auf Basis von Ereignissen wie Start/Ende von Lageraufgaben, wodurch besonders präzise Zeitmessungen möglich sind.
EGF eignet sich vor allem für operative Entscheidungen und Performance‑Analysen im Tagesgeschäft.
Embedded Analytics (SAP S/4HANA EWM)
Embedded Analytics integriert Auswertungen direkt in die Fiori‑Oberfläche und stellt Echtzeit‑KPIs ohne zusätzliche Reporting‑Plattform bereit. Vordefinierte CDS‑Views, interaktive Dashboards und Drill‑down‑Funktionen ermöglichen die Analyse von Trends, Prozessmustern und Leistungskennzahlen bis auf Belegebene. Über den KPI Builder lassen sich individuelle Kennzahlen flexibel modellieren und erweitern – ohne umfangreiche Entwicklungsaufwände.
Measurement Services
Measurement Services bilden die technische Grundlage für prozessgenaue und zeitbasierte KPIs in SAP EWM.
Über die Erfassung von Ereignissen wie Start‑ und Endzeitpunkten von Warehouse Tasks ermöglichen sie exakte Messungen von Durchlauf‑, Warte‑ oder Bearbeitungszeiten und dienen damit als Basis für eine präzise Performanceanalyse.
Warehouse Cockpit
Das Warehouse Cockpit stellt ein grafisches Dashboard für aggregierte KPIs und Lagerstatuskennzahlen bereit.
Es bietet einen übersichtlichen Management‑Blick auf zentrale Leistungsindikatoren und erlaubt eine konsolidierte Bewertung von Kapazitäten, Auslastung und Prozessstabilität auf höherer Abstraktionsebene.
Vergleich der Reporting‑Ansätze in SAP EWM
Echtzeit vs. Historische Daten
SAP EWM bietet sowohl operative Echtzeitdaten als auch analytische Auswertungen auf Basis historischer Informationen. Beide Perspektiven erfüllen unterschiedliche Zwecke und ergänzen sich zu einer skalierbaren Reporting‑Architektur.
Echtzeit (operative Entscheidungen)
- Warehouse Management Monitor
- Easy Graphics Framework (EGF)
Diese Werkzeuge unterstützen die Tagessteuerung, die unmittelbare Identifikation von Engpässen sowie schnelle Reaktionen im laufenden Betrieb.
Historisch / strategisch (Analyse & Planung)
Neben der operativen Echtzeitsteuerung gewinnt die strategische Analyse zunehmend an Bedeutung. SAP EWM lässt sich hierbei mit verschiedenen Werkzeugen verzahnen, die historische Daten, Trends und Planungsszenarien abbilden.
Embedded Analytics (SAP S/4HANA EWM)
Eignet sich zur Analyse von Trends, Prozessmustern und zur Bewertung langfristiger Leistungskennzahlen direkt in der Fiori‑Umgebung.
SAP Analytics Cloud (SAP SAC)
Unterstützt strategisches Reporting, interaktive Dashboards, Simulationen und Forecasts. Sie ist besonders geeignet, um längerfristige Entwicklungen im Lager zu analysieren und Management‑Entscheidungen vorzubereiten.
SAP Integrated Business Planning (SAP IBP)
Im Rahmen der taktischen Planung, insbesondere im S&OP‑Prozess, kommt SAP IBP zum Einsatz. Durch die Integration historischer Daten aus EWM und weiteren Supply‑Chain‑Systemen ermöglicht IBP eine vorausschauende Planung von Kapazitäten, Ressourcen und Beständen.
SAP IBP dient damit als zentrale Planungsplattform, um Nachfrage‑ und Angebotsplanung, Kapazitätsrestriktionen und Lagerstrategien aufeinander abzustimmen. Die Ergebnisse fließen in operative Systeme wie SAP EWM zurück und unterstützen eine durchgängige Planung von der Strategie bis zur Ausführung.
Warum KPI-Initativen scheitern
Viele KPI‑Initiativen scheitern nicht an der Technik, sondern an Organisation und Umsetzung. Typische Ursachen sind:
- KPIs werden definiert, aber nicht aktiv genutzt
- fehlende Rollen- und Prozessverantwortung
- keine klaren Aktionen bei KPI‑Abweichungen
- Überladung mit zu vielen Kennzahlen
- unklare oder widersprüchliche KPI‑Definitionen
- mangelnde Transparenz über Berechnungslogiken
Wenn KPIs nicht in operative Routinen, Review‑Zyklen und Entscheidungsprozesse integriert werden, verlieren sie ihren Nutzen.
SAP EWM unterstützt durch rollenbasierte Sichten, Echtzeitinformationen und klare KPI‑Modelle dabei, diese Schwachstellen systematisch zu vermeiden.
FAQs
Sie haben Fragen? In den folgenden FAQs haben wir die wichtigsten Antworten für Sie zusammengestellt. Falls Ihre Frage nicht dabei ist, sprechen Sie uns gerne direkt an.
Zu den wichtigsten KPIs gehören unter anderem die Durchlaufzeit im Wareneingang, die Kommissionierleistung, die Bestandsgenauigkeit, das Service-Level (On-Time, In-Full), der Lagerumschlag sowie die Fehlerquote. Sie helfen dabei, Effizienz, Qualität und Prozessstabilität im Lager zuverlässig zu bewerten.
Der KPI Builder verbessert die Akzeptanz, indem er Kennzahlen verständlich visualisiert und rollenbezogen darstellt. Mitarbeitende sehen nur die für sie relevanten KPIs und erhalten einen klaren Einblick in ihre eigene Leistung. Echtzeitdaten ermöglichen eine proaktive Steuerung und erleichtern die Identifikation von Verbesserungspotenzialen.
Der KPI Builder ist direkt in SAP EWM integriert und greift auf Echtzeitdaten aus EWM sowie angrenzenden SAP-Modulen wie MM oder WM zu. KPIs werden automatisch berechnet und über Fiori-Apps oder BW-Reporting visualisiert. Vordefinierte KPI-Logiken können flexibel an spezifische Anforderungen angepasst werden.
In der Praxis hat sich gezeigt, dass zu viele KPIs eher verwirren oder Fokus und Akzeptanz reduzieren. Empfohlen wird ein Set aus wenigen (ca. 8-12), klar definierten Kennzahlen, die sowohl operative als auch strategische Ziele unterstützen.
Sehr wichtig. Unvollständige oder fehlerhafte Daten führen zu falschen Schlussfolgerungen. Klare Prozesse und definierte KPI‑Formeln sind entscheidend.
Ja. Historische KPI‑Daten bilden eine verlässliche Grundlage für Kapazitätsplanung und Prognosen.
SAP BW/4HANA und SAP Analytics Cloud eignen sich für strategisches Reporting und unternehmensweite Dashboards. Für die taktische Planung (S&OP) hingegen empfehlen wir den Einsatz von SAP Integrated Business Planning (SAP IBP).
Häufig aufgrund fehlender Verantwortlichkeiten, zu vielen KPIs, mangelnder Transparenz und fehlenden Reaktionsmechanismen bei Abweichungen.
Operative KPIs steuern das Tagesgeschäft, strategische KPIs unterstützen langfristige Entscheidungen. Beide Ebenen ergänzen sich.
Sie erfassen prozessgenaue Zeitpunkte und bilden die technische Basis vieler präziser KPIs in SAP EWM.
Fazit
KPIs sind ein zentraler Erfolgsfaktor für die effiziente Nutzung von SAP EWM. Sie schaffen Transparenz, verbessern die Entscheidungsqualität und unterstützen die kontinuierliche Optimierung der Lagerlogistik.
Unternehmen, die KPIs konsequent nutzen, profitieren von effizienteren Abläufen, stabilen Servicelevels und einer langfristigen Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit.








